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Kurzlebige Videos erfolgreich einsetzen 

Wie du Clips à la TikTok in die Redaktionsplanung integrierst 

Autor
Vanessa Kolb
Trainee

Dank TikTok, IG Reels und Co. sind sie aktuell besonders angesagt: kurze, unterhaltsame Clips ohne tiefe Storyline. Der Aufwand ist gering, der Output enorm. Ungeeignet für deine Redaktionsplanung? Von wegen! Wie du eine passende Variante findest und sie erfolgreich integrierst, verraten wir dir jetzt!

15-Sekunden-Video: kurz, aber oho 

Wir wissen: Kleine Inhalte, sogenannter Microcontent, lockert den Webauftritt auf, gibt eine persönliche Note und bleibt dem User in Erinnerung! Ob Bilder, Infografiken oder Videos: In der Umsetzung sind keine Grenzen gesetzt. Das Bewegtbild ist allerdings eine wahre Wunderwaffe, wenn es um die Wahrnehmung in sozialen Medien geht. Denn es bleiben maximal acht Sekunden, um mit Content die Aufmerksamkeit der User zu gewinnen. Die einzelnen Bilder im Clip vermitteln  Informationen innerhalb kürzester Zeit, das Gehirn kann sie so einfacher verarbeiten. Im Vergleich zu reinem Text werden Videoinhalte ganze 60.000 Mal schneller aufgenommen. 

Wer jetzt an aufwendige Videoproduktionen denkt, kann aufatmen. Inhaltlich benötigt es für die Clips nicht mal zwangsläufig klassisches Storytelling. Wieso? Zu den größten Stärken von Bewegtbild gehört die Emotion. Überzeugt der Content in den ersten Sekunden mit Witz und Einfallsreichtum, bleibt er positiv in Erinnerung und trägt bereits zur Brand-Awareness bei. Außerdem zeigen Studien, dass kurze und unterhaltsame Videos besonders beliebt sind. Deutlich schlechter schneiden Varianten ab, in denen offensichtlich etwas verkauft wird. 

Kurzvideos sind also die ideale Chance, die eigene Marke von einer neuen, frischen Perspektive zu zeigen. Für die Umsetzung braucht es lediglich Kreativität, Humor und vor allem: Mut!

Viele assoziieren die Clips immer noch mit Tanzvideos von Teenagern. Mit Blick auf die Zielgruppe schätzen einige die „Filmchen“ deshalb als ungeeignet für die eigene Redaktionsplanung ein. Tatsächlich hat sich das Format jedoch zu einem relevanten Bestandteil der sozialen Medien etabliert. Deshalb heißt es: Ausprobieren!

TikTok ist mehr als nur tanzen 

Dass man beim Stichwort Kurzvideos sofort an Teens denkt, liegt vor allem am TikTok-Hype. Knapp zwei Milliarden Mal wurde die App bisher heruntergeladen. Bereits bei den Download-Zahlen wird allerdings klar: Auf der Plattform sind nicht nur 12- bis 18-Jährige unterwegs. 67 Prozent der TikTok-User weltweit sind älter als 25 Jahre. Ebenfalls vertreten: große und kleine Unternehmen aus sämtlichen Branchen. Besonders aktiv sind etwa BMW, Washington Post, Pringles, aber auch der westdeutsche Radiosender 1Live.

Das Potenzial der Kurzfilme erkannte auch Instagram. Die Plattform integrierte mit IG Reels eine nahezu identische Video-Funktion. Mittlerweile befindet sich der Reels-Explore-Bereich in diversen Beta-Versionen als eigener Reiter auf der Startseite. Ein klares Statement, wie relevant Instagram die kurzen Clips einschätzt.

Die Qual der Plattform-Wahl in den sozialen Medien

Die Idee steht. Und jetzt? Die Entscheidung für den geeigneten Kanal ist leicht getroffen. Denn: Die Zielgruppe bestimmt! Wie bei allen anderen Inhalten des Redaktionsplans orientierst du dich am Interesse deiner Personas. Das heißt: In welchen Netzwerken sind die User unterwegs? Kannst du deine Zielgruppe mit kurzen Videoclips vielleicht sogar erweitern? 

Auch das unterschiedliche Online-Nutzungsverhalten der jeweiligen Generationen spielt eine wichtige Rolle. Die Generation Z ist beispielsweise nahezu ausschließlich über Social-Media-Kanäle zu erreichen und nutzt die Plattformen als Suchmaschine. In einigen Jahren zählt diese Gruppe zu den kaufkräftigsten Usern und zu den Mitarbeitern von morgen. Das bedeutet besonders in puncto Employer-Branding großes Potenzial: Wie wäre es beispielsweise mit einem kurzen Clip aus dem Arbeitsalltag? Hashtag: #lovemyjob!

Die Volksbank Mittelhessen widmet ihren TikTok-Account sogar vollkommen den Azubis. Was dabei rauskommt? Witzige Aufnahmen, die begeistern. Das meistgesehenste Video hat über eine Million Klicks: 

Dennoch muss rational bewertet werden, ob es sich lohnt, für die kurzen Clips einen eigenen Kanal zu eröffnen. Schließlich sollten alle Social-Media-Auftritte regelmäßig und sorgfältig gepflegt werden. Das benötigt Ressourcen! Instagram Reels sind eine gute Alternative, die sich oft leichter in die Redaktionsplanung integrieren lässt. Aktuell bietet TikTok allerdings noch die größere Auswahl an Filtern und Optionen bei der Videogestaltung. Bei vielen Business-Profilen auf Instagram ist außerdem die Musik-Funktion aus lizensrechtlichen Gründen nicht verfügbar. Der Ton ist jedoch ein essenzieller Bestandteil der Clips und sorgt häufig für die Extraportion Humor und Emotion.

Für Kurzvideos gilt: Geht nicht? Gibt's nicht!

Das Motto für die Videoproduktion? Eindeutig „hands on“! Was bei dem Format zählt, sind Spontanität und Kreativität. Faktoren wie die Bildqualität sind tatsächlich zweitrangig. Wer sich durch die Clips auf den Plattformen klickt, merkt, dass überwiegend mit der Handykamera gefilmt wird. Da Instagram die Reels mit einer größeren Reichweite pusht, machen sich viele User diese Option zunutze und veröffentlichen hochauflösende, professionell geschnittene Videos. Das ist jedoch an der Idee vorbei und wirkt unauthentisch. Besser ist, die neuen Optionen auszuprobieren und sich mit den Funktionen vertraut zu machen. Vieles ist selbsterklärend – diverse Accounts wurden sogar mit dem kreativen Einsatz von Hilfsmitteln bei der Videoproduktion bekannt. Unser Favorit ist die Montage eines iPhones auf einem Akkuschrauber, um extra schnelle Bildeffekte zu erzeugen. Egal, ob mit Special-Support aus dem Werkzeugkasten oder ohne: Das Resultat ist sympathischer und moderner Content, der überzeugt! 

Übrigens: Wichtiger denn je sind Hashtags. Anhand dessen werden die Clips im Explore-Bereich sowie im Feed sortiert und entsprechend ausgespielt. 

Klingt super, aber es fehlt noch an Inspiration? Kein Problem: 

1. Outfit-Swaps

Er gehört seit der ersten Stunde dazu: der Outfitwechsel. Als Schnitt dient beispielsweise hüpfen, schnipsen oder die Handbewegung der Person im Video. Coole Schnitte sind übrigens die perfekte Möglichkeit, um den Clips einen ganz eigenen Charakter zu geben. 

2. Sich selbst nicht zu ernst nehmen

Apropos Outfit-Swaps: Ein besonders beliebter Schnitt ist das Hochwerfen eines Schuhs. Zahlreiche Influencer machen es vor, wie sie den Schuh scheinbar mit dem Fuß auffangen und damit in den nächsten Look schlüpfen. Puma macht mit, jedoch mit etwas mehr Humor und Bezug zur Realität: 

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Rumor has it @readchoi is still on the run 😂

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3. Challenges 

Besonders auf TikTok stark im Fokus: Challenges. Animiere die User, Teil deiner Challenge zu werden! Das Versandhaus Otto hat beispielsweise unter dem Hashtag #machdichzumotto dazu aufgefordert, gemeinsam herumzualbern. Das Ergebnis? 223 Millionen Hashtag-Aufrufe auf TikTok und enorme Aufmerksamkeit in der digitalen Welt. 

Übrigens: Die Herausforderungen können nicht nur an Menschen gestellt werden. Müslihersteller Oatsome bezieht sogar das Haustier mit ein:

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Vielseitig einsetzbar 😍🐶

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