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Bewegende Inhalte: Motion-Design im Fokus

Wie du Content mit der Power aus Bild und Ton innovativ erzählst.

Autor
Vanessa Kolb
Trainee

Bei der visuellen Darstellung von Produkten, Geschichten oder Services bieten sich allerhand Möglichkeiten. Motion-Design taucht als Begriff dabei immer häufiger auf. Wir haben deshalb beim Motion-Design-Experten von elements, Gerulf Dösinger, nachgefragt. Was versteht man unter dem Begriff eigentlich? Und wie setzt man die Technik erfolgreich ein? 

Design in Bild und Ton

1. In zwei Sätzen zusammengefasst: Was ist Motion-Design?

Motion-Design ist die Disziplin, die mit audiovisuellen Techniken Geschichten und Werbung im 2-D- und 3-D-Raum bewegt. Und das ist meine Leidenschaft.

Mehr als nur Bewegung

2. Was ist der Unterschied zwischen einer Animation, Motion Graphics und Motion-Design?

Motion Graphics und Motion-Design sind zwei verschiedene Begriffe mit gleicher Bedeutung.
Animation ist ein technischer Aspekt meines Tätigkeitsfeldes. Motion-Designer setzen sich nicht nur damit auseinander wie man etwas – vereinfacht gesagt – am Bildschirm von A nach B bewegt. Sie beschäftigen sich auch mit der graphischen oder illustrativen Gestaltung, die Bewegtbild erfordert. 

Das heißt beispielsweise: Brauche ich Figuren, sogenannte Characters, die meine Geschichte erzählen? Dann muss ich diese entwickeln. Oder setze ich auf eine technisch abstrakte Darstellung, weil das für das Produkt zuträglicher ist? Stelle ich etwas in 2-D oder 3-D dar? Wie verhält es sich mit Voiceover, Musik und Ton? Welche visuellen Stile passen zu welchem Thema? Das sind Fragen, mit denen ich mich bei meiner Arbeit auseinandersetze. Animation ist nur der technische Teil, der ermöglicht etwas zu bewegen.

Eine starke Wirkung

3. Wann eignet sich der Einsatz von Motion-Design?

Einerseits, wenn man gezielte Emotionalisierung erreichen möchte. Die Kombination aus visueller Ebene, Musik und meist auch Voiceover löst in der Gefühlswelt der Menschen mehr aus als ein statisches Bild. Dadurch bleibt es stärker in Erinnerung. 

Andererseits hilft es bei der Darstellung von Problemlösungen: Sobald die klassischen Mittel von Werbung und Design ein Produkt oder Service nicht mehr erfassen oder beschreiben können, ist es Zeit, die Nummer des Motion-Designers zu wählen. Mit dem Werkzeugkoffer „Motion“ hat man Tools wie Storytelling, Character-Animation, 3-D und viele mehr zur Verfügung. Damit kann man auch schwierige Konzepte in eine informative und unterhaltsame Form gießen.

Was Motion nicht sein sollte, ist einfach nur ein statisches Design durch Bewegung „aufzuhübschen“. Der Schuss geht meist nach hinten los, denn die Konsumenten haben ein erstaunlich gutes Auge für solche Versuche Aufmerksamkeit zu erhaschen. 

Individuelle Ergebnisse

4. Welche Vorteile, aber auch Hürden, ergeben sich beim Einsatz von Motion-Design?

Mithilfe von auditiven und visuellen Komponenten ist es dem Betrachter möglich, viel Information in kurzer Zeit aufzunehmen. Vom rein informativen Aspekt abgesehen kann man – meist unter Einsatz von 3-D – außerdem beeindruckende Videos erstellen, die den Zuseher in echtes Staunen versetzen. 

Um zum Beispiel die Funktionsweise einer komplexen Maschine zu erklären, kann mithilfe von Motion-Design in das Gerät eingetaucht werden, um die Mechanismen verständlich darzustellen. Denkbar ist ebenfalls ein virtueller Rundflug durch eine Region oder gute Geschichten, die so noch stärker erzählt werden. 

Und die Hürden? Motion-Design ist sehr technisch und kein Projekt gleicht dem anderen. Man fängt für viele Animationen bei Null an und muss zuvor erst einmal herausfinden: Wie soll ich den Inhalt generell bewegen? Motion-Design braucht Zeit – schnelle „One-Size-Fits-All“-Lösungen kann und soll es nicht liefern.

Audiovisueller Allrounder

5. Welche Darstellungsoptionen sind mit Motion-Design möglich?

Der Einsatz reicht von simplen 2-D-Animationen, die kurz und knapp einen Sachverhalt darstellen, bis hin zu deutlich umfangreicheren 360-Grad-Visualisierungen. Tatsächlich gibt es auch viele Überschneidungen mit modernen Techniken wie Augmented Reality. Der User kann dann beispielsweise mithilfe eines Headsets in reale oder fantasievolle Szenerien eintauchen. Immer häufiger ist Motion-Design außerdem in Verbindung mit experimentellen User Interfaces zu finden. Auch die Verbindung von realen Bildern mit Animationen ist möglich. Diese Technik nennt man Compositing.

Die Basis einer erfolgreichen Umsetzung

6. Was gibt es bei der Planung und Konzeptionierung von Motion Designs zu beachten?

Es ist wichtig, die Planung und das Konzept ernst zu nehmen und keine der Phasen zu übergehen! Das gilt für den Kunden, genauso wie für den Designer. Das Projekt muss auf einem soliden Fundament stehen, das in der Umsetzung funktioniert. Nicht nur weil Motion-Design technisch anspruchsvoll ist, sondern auch, um die gewünschte Intention der Visualisierung zu erreichen. Ein gutes Konzept führt zu einem Clip, der mit Emotion, Charme und Witz den Betrachter abholt und ans Ziel bringt. Übergeht man die Planung, hat man oft ein überlanges Video, das die Menschen langweilt und selten erreicht.

Zukünftige Entwicklungen

7. Wohin geht der Trend hinsichtlich des Einsatzes von Motion-Design?

Es ist schwierig, einen konkreten Trend festzumachen, da Motion-Design ein äußerst flexibles Medium ist. Generell kann die audiovisuelle Technik aufgrund des breiten Leistungsspektrums schneller auf Trends reagieren als andere Disziplinen. 

Klar zu sehen ist, dass Motion-Design im Social-Media-Bereich ganz vorne mit dabei ist. Animierte kreative Visuals sind Attention-Catcher. Viel wichtiger noch: Bewegung bindet den Betrachter länger. Dadurch hat man in der Welt der kurzen Aufmerksamkeitsspannen eine größere Chance aufzufallen und herauszustechen. Neue Paradedisziplinen entwickeln sich bei 360-Grad-Visualisierungen und Virtual-Reality. Hier geht nichts ohne Motion-Design.

Tatsächlich würde ich sagen: Motion-Design macht die Trends. Viele erinnern sich beispielsweise besser an die eindrucksvollen Serien-Opener von Netflix oder die emotionalen Endcredit-Szenen der Hollywood-Blockbuster. Klassische Werbeplakate am Straßenrand geraten schneller wieder in Vergessenheit. Hier gilt das Prinzip: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“

Schon das erste Projekt mit Motion Design im Kopf, aber die Umsetzung ist noch nicht ganz klar? Wir bei punkt & komma und elements sind jederzeit für dich da! Gerne beraten wir dich zum Thema oder kümmern uns um dein Projekt – vom ersten Konzept bis hin zum fertigen Produkt. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

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Gerulf Dösinger im Kurzportrait:

Gerulf Dösinger hat Informationsdesign studiert. Seit 2011 ist er beruflich als Designer tätig und arbeitete für das Red Bull Media House und mindconsole. Sein Fokus liegt unter anderem auf illustrativen Techniken, konzeptioneller Arbeit und Storytelling. Bei elements beschäftigt er sich als Senior Motion-Designer mit allem rund ums digitale Visualisieren. 

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