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Xennials

Das Beste aus zwei Welten

Autor
Portrait von Susanne Holzer. | © punkt & komma
Susanne Holzer
Content Redakteur
Ein kleiner Test:

  • Du hast in deinem Leben eines der folgenden Dinge besessen (und dich damit unbeschreiblich cool gefühlt): a) einen Walkman b) einen Game Boy c) einen Videorecorder.
  • Wenn du an George Clooney denkst, kommt dir nicht als Erstes „Ocean’s Eleven“, sondern „Emergency Room“ in den Sinn.
  • Du kannst die Melodie deines Modems beim Einwählen ins Internet noch heute nachsummen.
  • Du hast Telefonwertkarten gesammelt.
  • Deine erste große Liebe war Jordan Catalano (Jared Leto in „Willkommen im Leben“ oder Brandon Walsh (Jason Priestley in „Beverly Hills 90210“)

Du hast mindestens eine dieser Fragen mit „ja“ beantwortet? Dann bist du aller Wahrscheinlichkeit nach ein Dinosa… haaaalt, wir meinen natürlich: ein Xennial!

Pärchen mit Hund und Kaffeetassen

Who the f#$% are Xennials?

Du hast noch nie etwas von Xennials gehört? Obwohl du vielleicht sogar selber einer bist? Dann wird es höchste Zeit, dich mit dieser Generation bekannt zu machen!

Xennials sind …

… die Mikro-Generation zwischen der Generation X und den Millenials.
… zwischen 1977 und 1985 geboren.
… in einer analogen Kindheit aufgewachsen und in der digitalen Welt erwachsen geworden.

Wer den Begriff „Xennials“ erfunden hat, ist umstritten. Ob es aber nun der australische Soziologe Dan Woodman oder die Autorin Sarah Stankorb war – beide hatten erkannt, dass die Kinder der späten Siebziger und frühen Achtziger irgendwie anders waren.

Anders als die zynische Generation X, anders als die optimistischen, ichbezogenen Millenials. Eben: irgendwo und irgendwas dazwischen. Und das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sie quasi zwischen zwei Welten aufgewachsen sind.

Analoge Kindheit …

Die eine Welt ist jene, die einem als waschechter Xennial bei Erzählungen aus der Kindheit oft erstaunte Blicke der jüngeren Kollegen einbringt. Was, ihr wart den ganzen Tag draußen, ohne dass eure Eltern immer so genau wussten, wo ihr seid? Wie bitte, ihr hattet kein Handy? Du meinst kein Facebook, WhatsApp, Instagram??!! OMG!!

Auch wenn man sich als Xennial manchmal vorkommt, als würde man aus dem Zweiten Weltkrieg erzählen, war das damals eigentlich alles ganz schön toll. Nicht die ganze Zeit für jeden erreichbar sein, kein Beweisfoto von jedem peinlichen Moment, die wunderbare Möglichkeit, dem ersten Schwarm ein Mixtape zu basteln …

Natürlich hatte das Ganze auch seine Tücken: In Zeiten des guten, alten Festnetztelefons musste man erst an den Türstehern bzw. Eltern der Freunde vorbei, bis diese gnädigerweise den gewünschten Gesprächspartner an den Apparat holten. Von abendlichen Fortgeh-Anrufen aus der Telefonzelle (ja, Telefonzelle!!) ganz zu schweigen …

Telefon in einer alten Telefonzelle
Bild von einer Kassette

… trifft auf digitale Jugend

Was jüngere Generationen gern schon in der Volkschule abhaken, war bei den Xennials oft erst knapp vor der Volljährigkeit oder noch später der Fall: Halleluja, das erste Handy! Obwohl es groß wie ein Ziegelstein war, schleppte man es stolz überall mit hin – und musste es nach einem Monat oft schon wieder zur Strafe kurzzeitig an Mama und Papa retournieren, weil man die Telefonrechnung in astronomische Höhen getrieben hatte.

Auch das Internet hielt ungefähr zu dieser Zeit Einzug in die eigenen vier Wände. Regelmäßig kickte man beim Versuch, sich mit dem gurrenden Modem ins Internet einzuwählen, die Eltern aus der Telefonleitung.

Dafür eröffnete sich dort eine völlig neue Welt voll von Chatrooms, Myspace-Seiten und Schulaufsätzen, die man plötzlich nicht mehr in der Bibliothek selbst recherchieren musste. Besonders cool war es, Referate einfach von Wikipedia abzuschreiben, weil die Lehrer quasi aus der Steinzeit waren und noch nicht mit dem modernen Internet umgehen konnten.

Ab der späten Jugend der Xennials ging also plötzlich alles ganz schnell. Anfangs waren es StudiVZ, Szene1 und Austronaut. Dann kamen Google, YouTube, Facebook, WhatsApp – all die Dinge, die nicht mehr aus dem modernen Alltag wegzudenken sind, wuchsen gemeinsam mit den Xennials.

Zwei Kolleginnen bei einem Selfie.
Junge Frau schaut auf ihr Handy. | © punkt & komma

Verwurzelt in zwei Welten

Xennials stehen also mit einem Bein in der analogen Welt, mit dem anderen in der digitalen. Sie haben oft tieferes Verständnis für Dinge, die früher nicht automatisch liefen, und bringen Skills mit, die viele Millenials nicht mehr besitzen.

Als Xennial bist du also kein Dinosaurier, sondern etwas Besonderes – quasi ein Superheld aus zwei Welten!

Wie sag ich’s dem Xennial?

Genug aus dem Nähkästchen geplaudert – was heißt diese neu entdeckte Zielgruppe der Xennials fürs Content-Marketing? Wie kannst du sie zielgerichtet ansprechen und für deine Marketingzwecke nützen? Wir haben ein paar Tipps zum Umgang mit dieser besonderen Mikro-Generation für dich …

  • Xennials haben oft digitale „tote Winkel“. In manchen Bereichen ihres Lebens vertrauen sie lieber auf Old-School-Lösungen: Papierkalender statt Outlook, Online-Käufe lieber am Computer statt am Handy, …
  • Xennials haben meist eine längere Aufmerksamkeitsspanne als Millenials. Kein Wunder, zu irgendwas müssen die durchwälzten Stunden in der Bibliothek ja gut gewesen sein …
  • Viele Xennials kommen gerade an einen Punkt, an dem sie nicht mehr jeden Tech-Trend nebenbei mitmachen. Snapchat ist ihnen vielleicht suspekt oder wird gleich ganz ignoriert – deshalb sind sie aber noch lange nicht aus dem digitalen Rennen.
  • Xennials sind eine sehr anspruchsvolle und vielseitige Zielgruppe – als guter Marketer solltest du sie nie alle über einen Kamm scheren. Schließlich gibt es da große Unterschiede zwischen Team „Buffalos“ und „Skaterschuh“, zwischen Team „Green Day“ und „Oasis“, zwischen …

Du willst noch mehr über Generation X, Y und Z wissen? In unserem Artikel über Social Media im Generationenvergleich findest du spannende Infos …

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