Video-Trends 2022

Was zählt: gute Qualität, besserer Content

Autor:in
Regina Moser
Content-Redakteurin

Wer online erfolgreich sein will, der setzt auf Video-Content. Aber bei all den Neuheiten und Entwicklungen ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu bewahren. Darum haben wir uns unsere CEO Ines geschnappt und sie zu den neuesten Video-Trends befragt. Dank der Visual-Experten in ihrem Team, weiß sie über die Neuheiten Bescheid und liefert uns überzeugende Antworten.

Frage 1

Schnell mal zur Kamera greifen, losfilmen und schon kann das Video veröffentlicht werden. Ist es wirklich so easy oder steckt doch mehr hinter der Produktion qualitativ hochwertiger Videos?

Ganz klar, es braucht mehr als nur schöne Bilder und schnelle Edits, um hochwertige Videos auf die Beine zu stellen. Bild, Text, Ton und Effekte müssen eine konkrete Message kommunizieren, damit sie den Zusehern beziehungsweise den potenziellen Kund:innen einen Mehrwert bieten. Anderenfalls hat die Produktion keinen Nutzen. Viele Brands setzen ausschließlich Bildmaterial ein. Abheben wird man sich auf Social Media mit dieser Strategie allerdings nicht. 

Fällt die Entscheidung darauf, Videos zu produzieren, wird häufig der Inhaltsaspekt außer Acht gelassen. Heute fühlt sich beinahe jeder zum Foto- oder Videografen berufen. Aber so einfach ist es keinesfalls. Letztendlich ist es nämlich der Inhalt, der darüber entscheidet, ob ein Video viral geht, oder ob es in der Masse verschwindet.

Darauf haben auch Trends wie der „old school“-VHS-Look, digitale Effekte oder bestimmte Edit-Stile keinen Einfluss. Neue Entwicklungen wird es immer geben. Nur macht es wenig Sinn, jede Neuheit auszuprobieren. Insbesondere dann, wenn sie nicht zum Video, zur Marke oder zur Message passt. Im Worst Case kann ein fälschlicherweise aufgegriffener Trend sogar schaden, weil die User:innen gelangweilt sind oder abgeschreckt werden.

Frage 2

Welche Trends konntest du 2020 und 2021 beobachten? Gab es während oder aufgrund der Pandemie größere Veränderungen?

Die Pandemie hat dazu beigetragen, dass gewisse Trends „erzwungen“ wurden. User Generated Content (UGC) ist heutzutage ein essenzieller Part von Social Media. Gerade während der Lockdowns traten viele Creators in „Eigenregie“ hervor. Plötzlich starteten zusätzlich zu Promis und großen Influencern auch kleinere Accounts damit, ihre eigene Meinung, Erfahrungen oder den eigenen Alltag vor der Kamera zu teilen.

Gerechnet hätte mit dieser Entwicklung wohl niemand, und vor allem nicht damit, dass diese Offenheit so gut ankommt. Durch die Pandemie wurde die Kommunikation eindeutig persönlicher, authentischer und nahbarer. 

Außerdem haben sich die gezeigten Formate verändert. Es werden immer mehr Mixed-Media-Produktionen mit Screen Recordings, Handy-Footage und Found Footage gezeigt. Aber auch die Zuschauer haben heute andere Kompetenzen als vor der Pandemie. Sie sind mittlerweile durchaus in der Lage festzustellen, ob es sich um Handyaufnahmen oder Videos mit einer Produktionskamera handelt. User:innen kennen die Stile und den Nutzen, die Medien mit sich bringen. 

Speziell wenn man jetzt an neue Formate wie die 3D-Animation oder den Artificial-Intelligence-Filter denkt, wird sich das Know-how der User:innen entsprechend weiterentwickeln. Die Grenzen zwischen Creator und Consumer werden zunehmend verschwinden. Stichwort: „Metaverse“.

Frage 3

Schlagwort Video bzw. Video-Marketing-Trends 2022: Welche Neuheiten erwarten uns deiner Meinung nach im Jahr 2022?

Menschen verbringen seit dem ersten Lockdown viel mehr Zeit mit Social Media. Infolgedessen ist der Konsum von visuellem Content enorm gestiegen. Für den einzelnen Anbieter wird es deshalb immer schwieriger und herausfordernder, sich abzuheben und die Aufmerksamkeit der User:innen zu erhalten. Folglich hat sich der Stil der Inhalte in zwei unterschiedliche Richtungen verlaufen:

  1. Der Fokus wird auf die Produktion von kurzem und einfachem Content gerichtet.
  2. Man setzt auf längere Inhalte mit wertvollen Informationen und Emotionen.

Die Entwicklung wird auch weiterhin diesen Verlauf nehmen.

Mitarbeiterin hält ein Smartphone in der Hand. Ein Finger zeigt auf das Display. | © punkt & komma
Frage 4

Also dürfen Videos durchaus auch länger sein?

Durchaus, ja! Sofern der Inhalt für die User:innen relevant und die Qualität der Videos gut ist, sehen sich Zuseher auch gerne längere Clips an.

Interessanter Vergleich: Noch vor kurzer Zeit war Video-Content auf Instagram auf eine Minute begrenzt. Zusätzlich waren je zwei mal 20 bis 30 Sekunden andauernde Edits und 15-sekündige Instagram-Story-Teaser beziehungsweise Paid-Ads möglich. Aktuell lassen sich Videos hochladen, die gut und gerne zwei bis drei Minuten dauern. Bei Ads hat sich die Anzahl auf drei bis vier 15-Sekunden-Abschnitte erhöht. Wichtig ist immer, dass es sich dabei um gehaltvollen Inhalt handelt.

UGC wird ebenfalls weiterhin bestehen, aber gezielter eingesetzt werden.

Frage 5

Wie können sich Unternehmen und Marketer am besten auf 2022 vorbereiten?

Die Kunst ist es, zu erkennen, wann welches Format am besten eingesetzt wird. Also zu welchem Zeitpunkt kleine Produktionen wie nahbarer und authentischer Content á la Reels und TikTok-Clips am meisten Nutzen bringen. Und wann die Zeit für größere Kampagnen und Storys reif ist. Das ist definitiv ein individueller Lernprozess, für den es kein allgemein gültiges Erfolgsrezept gibt.

zwei Mitarbeiterinnen sitzen vor einem Laptop und schauen auf den Bildschirm. | © punkt & komma
Frage 6

Hast du noch einen speziellen Tipp für die Produktion von Videos?

Die Authentizität darf bei großen Kampagnen keinesfalls außer Acht gelassen werden oder verloren gehen. Die Produktion sollte auch immer unter Berücksichtigung der Social-Media-Strategie stattfinden. Sprich: Jedes Format ist eigens zu berücksichtigen. Eine „Kurzversion“ oder ein „Cut-Down“ lässt sich nicht mehr so einfach als Zehn-Sekünder aus dem Gesamtvideo schneiden. Für Reels und TikTok-Clips gibt es eigene Anforderungen, die bereits vorab berücksichtigt werden müssen.

Im Sinne eines ganzheitlichen Markenauftritts ist es erforderlich, alles Produzierte aufeinander abzustimmen. Deshalb wird der gewünschte Output am besten schon im Vorfeld definiert. Dann ist am Ende alles aus einem Guss und alle Formate entsprechen dem Geschmack der Zielgruppe.

Back to basics

Video-Content für Social Media aufbereiten

Du weißt nun, welche Video-Trends uns in diesem Jahr beschäftigen werden. Wie man Bewegtbild-Inhalte social-media-friendly aufbereitet, erfährst du im Beitrag „Video-Content in Social Media“.

Apropos Trends: Im Social-Media-Dschungel gibt es ebenfalls brandaktuelle Entwicklungen. Ob TikTok oder Social Selling – wir schwingen uns mit dir von einer Liane zur nächsten und verraten dir, welche Trends womöglich Früchte tragen.

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