Podcasts: Leih mir dein Ohr!

Was du über das Hör-Medium wissen solltest!

Autor
Portrait von Desiree Haselsteiner. | © punkt & komma
Desiree Haselsteiner
Content-Redakteurin

Wagen wir ein Gedankenspiel: Wenn man mit dem Auto von Salzburg in die Mongolei fährt, gehen sich auf einer Fahrt durchschnittlich 147 Podcast-Folgen aus. Jeder, der im Sommer mit dem Auto einen Roadtrip unternimmt, bekommt locker eine Strecke von mehreren tausend Kilometern zusammen. Du hast auch schon eine Langstreckenfahrt hinter dir und ärgerst dich zurückblickend auch ein wenig? Denn anstatt sinnvoll interessante, witzige oder informative Podcasts zu hören, hast du etliche Stunden Nummernschilder oder kühlschrankgroße Schlaglöcher gezählt? Tja, beim nächsten Mal bist du sicher schlauer – wir nämlich auch!

Warum wir auf Podcasts künftig nicht mehr verzichten sollten, welche Vorteile das Medium mit sich bringt und wie du selbst einen Podcast starten kannst, erfährst du im Blogbeitrag!

Die Streaming-Dienste: Zahlen im Überblick

Alleine iTunes bietet seinen Usern rund 525.000 aktive Shows an. Das sind in Summe 18,5 Millionen einzelne Episoden. Spotify versorgt die Hörer mit rund 12.000 unterschiedlicher Podcasts in sämtlichen Kategorien. Von Lifestyle & Gesundheit über True Crime bis hin zu Business und Technologie können Interviews, Monologe und Tatsachenberichte gestreamt werden. Vor einigen Jahren waren das klassische Hörspiel, Hörbücher oder eben aufgenommene Interviews ohne Bild und nur mit Ton eher verpönt und nicht gerne gehört. Der Entertainment-Faktor musste das Maximum erreichen – möglichst viel Interaktion in möglichst kurzer Zeit. 

Fokus auf ein Sinnensorgan

Jahre später werden wir alle von den vielen unterschiedlichen Online-Angeboten überschwemmt. Keine Stunde vergeht ohne Interaktion auf Social Media, WhatsApp und Co. Wir sind schlichtweg reizüberflutet und sehnen uns an manchen Stunden des Tages nach Entschleunigung. Und genau DAS machen Podcasts so reizvoll! 

Ausschließlich von einem unserer Sinnesorgane, den Ohren, wird 100 Prozent an Aufmerksamkeit gefordert. Die restlichen vier Sinne haben Sendepause.

Was ist überhaupt ein Podcast?

Ist eine Definition noch nötig? Das vielbeliebte Medium ist in der heutigen Zeit zwar noch nicht so stark in den Köpfen verankert – wird es aber in Zukunft sein, da sind sich zumindest Meinungsforscher und Branchenexperten einig. 

Podcast – Substantivum, maskulin

„Reportage, (Radio)beitrag o. Ä., der als Audiodatei im MP3-Format im Internet zum Herunterladen oder Streamen angeboten wird“ – Duden

Manche betiteln einen Podcast auch als „Audioblogging“. Viele Menschen, die Mitteilungsbedarf haben und sich generell beim Schreiben von Sätzen schwertun, greifen auf Audioaufnahmen zurück. So geht auch der Schmäh nicht verloren, sarkastische Anmerkungen können ihre volle Wirkung entfalten und man kommt schneller auf den Punkt. 

Spinnt man unser Beispiel mit dem Roadtrip weiter, wie groß mittlerweile die Popularität der Podcasts ist und noch werden wird, haben wir heutzutage eine scheinbar unendliche Auswahl. Um sich das bildlich vorstellen zu können: Man müsste rund 850 Mal mit dem Auto in die Mongolei und wieder zurückfahren – Und selbst dann hätte man wahrscheinlich nur die erste Folge von jedem Podcast gehört.

Warum sind Podcasts so beliebt?

Weil ihre Anwendung so simpel ist. Man sucht sich einen Lieblingspodcast aus und kann ihn direkt über das Smartphone abspielen – völlig egal, wo man sich gerade befindet. Rein mit den Kopfhörern in die Ohren und der persönliche Radio läuft beim …

  • … Einkaufen
  • … Kochen
  • … Gassi gehen mit dem Hund.
  • … Backen von leckeren Kuchen für die Lieblingskollegen.
  • … wohlverdienten Schaumbad.
  • … Roadtrip in die Mongolei.

Es gibt unzählige weitere Argumente und Möglichkeiten, warum und vor allem wo ihr Podcasts ganz nebenbei hören könnt. Manche sind sogar Verfechter davon, während des Sports seinem Lieblings-Podcastmoderator zu lauschen. 

Da stellt sich doch die Frage: Brauchen wir noch Blogs?

Ganz klares JA! Warum? Weil alte Medien generell von neuen nicht zwangsläufig verdrängt, sondern meist zu Änderungen ihrer Aufgaben gezwungen werden. Diese Meinung vertreten zumindest anerkannte Medienforscher. Und genauso wird es auch mit Podcasts sein. Sie werden das Blogging nicht verdrängen, sondern ergänzen, untermalen und ihren Aussagewert verstärken. 

Puk-Experten-Meinung: Blogposts und Podcast ergänzen sich insofern ausgezeichnet, da sie die Schwachstellen des anderen ausmerzen. Wir kennen es alle: Man liest einen Blogbeitrag und ertappt sich dabei, diesen nur zu überfliegen und Absätze zu lesen, die einen interessieren. Das ist völlig legitim! Dafür bereiten wir Content-Marketer diese auch so auf. Zwischen-Headlines und eine weboptimierte Formatierung machen das möglich. Somit steht dem „Skimming“ nichts im Wege. 

Versucht das mal bei einem Podcast. Richtig, da funktioniert es meist nicht beziehungsweise ist die persönliche Tendenz zum Vorspulen oft gar nicht gegeben. 

Zusätzlich sorgen bei Blogbeiträgen Bilder und Grafiken für mehr Auflockerung – unser Gehirn kann Illustrationen 20 Mal schneller verarbeiten als Wörter. 

Auch Querverweise und Verlinkungen auf verwandte oder hilfreiche Themen können in Artikeln gesetzt werden. Anschließen besteht die Möglichkeit, das Gelesene zu kopieren, Zitate in sozialen Netzwerken zu teilen oder Passagen auszudrucken. 

Halten wir fest:

  • Podcasts sind super und eignen sich ideal als Ergänzung für einen Blogbeitrag.
  • Blogbeiträge sorgen für rasche Informationen mittels Skimming, Podcasts hört man sich meist zur Gänze an.
  • Blogposts können mit Bildern und Grafiken aufgelockert werden. Bei Podcasts wird nur ein Sinnesorgan vollständig beansprucht.
  • Blogbeiträge könne geteilt, kopiert und mit anderen relevanten Themen verlinkt werden. 

Hör-Tipp: Hört doch mal was unsere Agenturgründerin Ines Eschbacher zum Thema Content-Marketing zu sagen hat. Beim Experten-Interview mit TheAngryTeddy teilt sie euch ihre Meinung mit!

Wie aufwändig ist die Erstellung eines Podcasts?

Upgrade dich selbst und dein Unternehmen und du kannst wichtige Botschaften direkt an deine Zielgruppe herantragen! Podcasts machen es möglich und können sozusagen als Unternehmensradio betrachtet werden. Zum Starten eines „eigenen Radiosenders“ ist relativ wenig nötig. 

Generell unterscheidet man in Anbetracht des Aufwands für einen Podcast zwischen der Planung und der tatsächlichen Produktion. 

Die Planung:

  • Erstellen eines Redaktionsplans: Was will ich meinen Hörern mitteilen?
  • Inhaltlichte Vorbereitung jeder Folge
  • Ansprechenden Titel finden und einen SEO-optimierten Beschreibungstext für die Podcast-Folge verfassen
  • Cover erstellen: vorzugsweise mit Canva (quadratisch mit mind. 2.500 px)
  • Erstellen eines Intros und eines Outros

Die Produktion:

Deine Message sollte in drei Sätzen zusammengefasst werden können. Überlege vor der Produktion, welchen Mehrwert die Podcast-Folge für deine Zuhörer haben soll.

Strategie festlegen: Ein genauer Ablauf, das Definieren der Zielgruppe und die Thematik sollten gleich zu Beginn festgelegt werden. Was ist dein Versprechen? So schaffst du es auch am Ende der Folge auf den Kern deiner Aussage zu kommen!

Spannungsbogen: Wie bei jedem guten Film oder Buch ist ein Spannungsbogen das A und O. Kreiere wie bei einem Drama einen Anfang, einen Anstieg, den Höhepunkt und ein fulminantes Ende. 

Botschaft fokussieren: Vor allem bei längeren Folgen macht es durchaus Sinn, immer wieder Zwischenfazits einzubauen. Das Gesagte von Zeit zu Zeit zusammenzufassen und komplexe Inhalte so für den Hörer verständlich zu transportieren.

Persönlichkeit: Bringe deine Persönlichkeit mit in den Podcast. Hörer können sich ruhig ein Bild vom Moderator machen. Besonders mit wiederkehrenden Elementen, Phrasen und Sequenzen generierst du einen Wiedererkennungswert. 

Achte auf die Produktionsqualität: Ein gutes Mikrofon, ein Raum ohne Hall und Hintergrundgeräuschen und schon ist es für den Hörer angenehmer deiner Stimme zu lauschen. Viele Aufnahmetools werden zu moderaten Preisen oder gar kostenfrei im Web angeboten. Beim Mikrofon solltest du ein digitales Kondensatormikrofon verwenden. Für das erstmalige Ausprobieren reicht aber auch ein gutes Smartphone mit Aufnahmefunktion.

Und zu guter Letzt – die Distribution: Wo erreiche ich meine Zielgruppe? Denke etwas über den Tellerrand hinaus. Spotify und iTunes sind zwar Plattformen mit großer Reichweite, aber wen willst du erreichen? Handelt dein Podcast über das Thema Content-Marketing, dann solltest du auch an andere Tools wie Influencer-Marketing, Blogartikel, Crosspromotion in anderen Podcasts nachdenken.

Tipp: Gerade die Generation Z ist besonders aktiv auf den sozialen Medien unterwegs. Ist die Podcast-Folge für diese Zielgruppe relevant, teasere die Folge beispielsweise auf TikTok und Co. an. 

Du siehst, so ein Podcast erfordert einiges an Hirnschmalz, Denkarbeit und Vorbereitung. Beachtest du unsere Tipps und Tricks, steht der Veröffentlichung deiner ersten Folge nichts mehr im Wege! Los geht’s und gib deinen Kunden etwas auf die Ohren!

PS.: Vom punkt-&-komma-Büro in Salzburg bis nach Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei, sind es mit dem Auto rund 8.344 Kilometer.

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