Textlängen im Web: Auf die Länge kommt es an!

 

Du hast soeben eine Headline mit 9 Wörtern gelesen.

Findest Du diese Überschrift zu kurz oder zu lang? Bei der Content-Erstellung gilt es zahlreiche Kriterien zu beachten: Neben dem Thema sind es unter anderem die Zielgruppe(n), die Auswahl des Mediums und eben auch die Optimierung des Contents für das jeweilige Medium, die dazu beitragen, ob der Content toppt oder floppt.

Das Wichtigste am Anfang: Längen im Überblick

  • Blogbeitrag: 300 bis 1.500 Wörter
  • Betreffzeile einer E-Mail: 50 Zeichen oder weniger
  • Zeilenlänge: 12 Wörter
  • Absatzlänge: 4 Zeilen
  • Meta Title: maximal 54 Zeichen
  • Meta Description: 140 Zeichen
  • Facebook Post: 100 bis 140 Zeichen
  • Tweet: 120 bis 130 Zeichen – maximal 140 Zeichen
  • Satzlänge: 15 Wörter

 

Texte für Facebook: in der Kürze liegt die Würze

Ja, ich gebe es zu: Neben Twitter gilt auch auf Facebook: je kürzer desto besser. Die ideale Länge eines Facebook-Posts liegt bei 100 bis 140 Zeichen. Das geht freilich nicht immer. Dennoch gilt: Ein „weiterlesen“ bei Facebook ist nicht so optimal. Warum das so ist? Das Leseverhalten auf Facebook ist dann doch noch mal grundlegend anders als das Leseverhalten einer Website.

 

Die meisten nützen Facebook mobil. Sie öffnen den Newsstream und scrollen mal nach unten. Wenn etwas interessant klingt, halten sie inne. Niemand klinkt auf „weiterlesen …“ um herauszufinden, ob sich dahinter etwas Interessantes versteckt. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich – wie so oft – die Regel. Kommt es mal vor, dass der Text wirklich länger ist, solltest Du sicherstellen, dass Du deine Fans bereits mit den ersten 100 Zeichen überzeugt haben.

 

Title & Description

Die ideale Textlänge bei Meta-Titles liegt im Moment bei zirka 53 Zeichen. Neben der Anzahl der Zeichen kommt es aber auch auf die Buchstaben, die im Title vorkommen, selbst an.  Ein „m“ braucht nun mal mehr Platz als ein „i“.
Und Google rechnet nicht nach Zeichen – sondern nach Platz. Das ist ähnlich wie bei Menschen in einem Lift – nur weil sechs schlanke Menschen reinpassen, bedeutet das nicht, dass auch sechs dickere Menschen im selben Lift Platz finden.

Bei der Meta-Description gilt: Kurzbeschreibung des Seiteninhalts in maximal 140 Zeichen. In diesen ein bis zwei Sätzen sollte im Idealfall auch eine Call-to-Action sein.

 

Headlines und Zwischenüberschriften – die Königsdisziplin

Bei der Textierung der Headline ist immer Fingerspitzengefühl gefragt – meiner Meinung nach, zählt die Headline tatsächlich zur Königsdisziplin beim Texten. In wenigen Worten, dass auszudrücken, was man sagen will – dazu noch hübsch verpackt – das ist nicht immer einfach.

 

Die Länge der Überschrift kann Einfluss auf den Erfolg des aufbereiteten Contents haben. Tatsächlich geht aus Usability-Studien hervor, dass potenzielle Leser hauptsächlich die ersten und die letzten drei Wörter einer Überschrift lesen. Wenn Sie also sichergehen wollen dass Ihre Leser die gesamte Headline lesen, beschränken Sie sich auf sechs Wörter.

Tipp: Wer mehr zu sagen hat verfasst eine Subheadline (H2), die gerne emotionaler geschrieben werden darf und dem Leser Zusatzinformationen bietet.

 

Betreff im Newsletter: Sie haben nur eine Chance!

Auch beim Newsletter gilt: Wer den Betreff versemmelt, hat bereits verloren. Die Betreffzeile ist bei der Textierung des Newsletter extrem wichtig! Oder hast Du schon einmal einen Newsletter geöffnet mit dem Betreff: „Herzlich willkommen bei unserem Newsletter.“ Gähn! Langweilig!
Du hast also 50 Zeichen, um mit deinem Betreff zu überzeugen. Da aber nicht alle E-Mailprogramme den vollständigen Betreff anzeigen gilt: Das Wichtigste immer zuerst.

 

Als Faustregel gilt: Verwenden Sie Betreffzeilen von maximal 50 Zeichen.

 

Gutes Beispiel: Mehr Leser gewinnen – ein Leitfaden.
Schlechtes Beispiel: Ein Leitfaden, mit dem Sie mehr Leser gewinnen.

 

Satz- Wort-, und Absatzlängen beim Webtexten

Bei diesem Thema gibt’s zuerst die Beispiele und dann die Erklärung.

 

Im Web lieben wir kurze und prägnante Sätze – aber bitte nicht so wie in einem Kinderbuch, denn auch das Niveau der Leser sollte beim Webtexten berücksichtigt werden.

= 1 Satz mit 25 Wörtern.

Wir lieben kurze und prägnante Sätze. Aber nicht so wie im Kinderbuch. Berücksichtigen Sie das Niveau der Leser.

= 3 Sätze mit je 6 Wörtern
Im Web sind kurze und prägnante Sätze gefragt. Aber nicht so, als stammen sie aus einem Kinderbuch – berücksichtigen Sie das sprachliche Niveau Ihrer Leser.

= 2 Sätze mit je 9 und 16 Wörtern

 

Liest du den Unterschied? Kurz und prägnant heißt nicht, dass du auf vernünftige Satzgefüge mit Haupt- und Nebensätzen verzichten sollen.

 

Es gilt demnach: Ein Satz, mit mehr als 15 bis 17 Wörtern, sollte nochmals überprüft werden. Streiche unnötige Füllwörter raus. Setze Verben ein. Oder mache einfach zwei Sätze daraus.
Gliedert man seinen Artikeln nun auch noch in Absätzen punktet man zusätzlich beim Leser. Ein Absatz sollte aus bis zu vier Zeilen bestehen. Das ist fürs Auge leichter.

 

Blogbeitrag: die perfekte Artikellänge

Und nun zu einem Thema, dass auch wir Texter und Online-Marketing-Spezialisten immer wieder und wieder diskutieren. Die Meinungen dazu sind – das gebe ich ehrlich zu – wirklich unterschiedlich. Aber dennoch sind wir uns einig: Die Länge des Contents hat Einfluss auf das Ranking. Aber: Ein Artikel darf nicht mit sinnlosen Floskeln und irrelevanten Informationen in die Länge gezogen werden – dann lieber ein kürzerer Text. Oder gar keiner.

Eine Studie* belegt, dass die Aufmerksamkeit der Leser nach etwa sieben Minuten sinkt. Durchschnittlich liest man 200 bis 250 Wörter pro Minute. So kommt man auf eine Länge von 1.400 bis 1.750 Wörter. Das ist dann also das Maximum. Oder etwa doch nicht? Laut einer anderen Studie** werden lange Artikel auch öfter geteilt – und sie ranken zudem auch besser.

Die punkt & komma-Faustregel lautet daher: Ein Blogbeitrag ist solange, bis alles Wichtige und Relevante gesagt wurde. Am liebsten aber zwischen 300 und 800 Wörter.

 

Übrigens: Dieser Artikel besteht aus 904 Wörtern, 5.899 Zeichen, 34 Absätze und 101 Zeilen.

Die Länge machts

*Untersuchung der Publishing-Plattform Medium
** Daten und Fakten zur Studie

 

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