5 Must-Haves & ToDos für dein digitales Markting im Tourismus

Richtlinien für deinen Marketingplan als Touristiker & Gastronom

„Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.“

(Laotse)

Im Jahr 2015 sind wir nun endgültig(!!) in jenem Jahr angekommen, in dem mobile Webseiten nicht mehr nur zum Nice-to-Have, sondern zum Must-Have zählen. Ein Jahr, in dem Storytelling und Content-Marketing zu jeder Online-Strategie dazugehören und eine langfristige Kommunikationsstrategie mit definierten (!) Zielen und Zielgruppen ein Muss für jedes Unternehmen sein sollte.

Dass es um Mehr geht als darum, irgendwelche Texte ins Web zu stellen und diese mit passenden Keywords zu bestücken, sollte spätestens 2015 von jedem Touristiker bedacht werden. Die Zeiten, in denen es ausreicht, eine hübsch designte Website online zu stellen, ein paar Blogbeiträge und Newsletter zu veröffentlichen und ab und an mal ein paar Adwords zu schalten sind vorbei. Endgültig.

„Aber was solltest du sonst machen?“ fragst du dich jetzt? Wurde dir doch vor 5 Jahren vielleicht noch gesagt, dass das jene Maßnahmen sind, die ausreichen, um im Internet erfolgreich zu sein …  Hier unsere ultimativen MUST-HAVES, die jeder Touristiker beachten sollte, wenn es darum geht, sein Marketingbudget für 2015 zu planen.

 

1. Das Um und Auf – deine Unternehmens-Webseite

Eine Website hat eine Lebensdauer von zirka 3 bis 4 Jahren – das ist wie mit Kleidungsstücken, oder besser gesagt, wie mit deinem technischen Lieblingsbegleiter, dem Smartphone. War vor ein paar Jahren noch das iPhone3 das Must-Have, sind wir mittlerweile bei der Generation iPhone6 angelangt. Klar, muss man das iPhone5 deswegen nicht in die Tonne treten – aber ein iPhone4 wirst du dir deswegen auch nicht mehr kaufen.

Oder nehmen wir mal die Mode her – denn auch das Design (Optik und Usability) zählt. Waren vor zwei Jahren noch Motive wie ein Mustache super hip, solltest du ein Mustache-Shirt heute gar nicht mehr tragen (ich gebe es zu, ich hatte auch eines – heute trage ich es nur noch sonntags auf der Couch!).

Leider ist es bei einer Webseite wie bei Autos: sobald sie online ist (für die Konzeption, Umsetzung und Optimierung rechnet man je nach Größe der Seite zirka 3 bis 6 Monate), ist sie auch schon wieder „alt“. Ein Phänomen, mit dem wir leider alle leben müssen. Das sollte dich aber nicht davon abhalten, laufend an deinem Unternehmensauftritt zu arbeiten, diesen zu optimieren und den technischen Anforderungen anzupassen. Schließlich geht es darum, deine Zielgruppe zu erreichen – und zwar genau dort, wo diese nach dir sucht. Und das ist heutzutage meistens auf einem mobilen Device (Tablet, Smartphone).

„Nutzer erwarten im Zweifelsfall eine digitale Produktlinie von der Uhr bis zum Fernseher, und zwar nicht „One Size Fits All“, sondern angepasst auf die Möglichkeiten jedes Geräts“, ist Stefan Ploechinger (Chefredakteur sueddeutsche.de) überzeugt.

Ein Muss im Tourismus 2015: Responsive Webdesign
(c) Rawpixel – Fotolia.com

 

2. Denke „mobile friendly“

Marcus Tandler ist sich sicher: Das Jahr 2015 wird eine große Chance für Mobile-Marketer“ – so berichtet er im großen Trend-Interview der t3n.

„Der größte Online-Marketing-Trend im nächsten Jahr wird meiner Meinung nach Mobile Optimization. Google ist 2014 zu einem waschechten „Mobile First“-Unternehmen geworden, so besuchen mittlerweile mehr Leute Google mit mobilen Endgeräten als mittels stationärer Desktop-PCs. Die „Mobile-Friendliness“ von Webseiten wird daher immer wichtiger für Seitenbetreiber.“

Rund 80 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Social-Media-Nutzer greifen mobil auf ihre Netzwerke zu. Zirka 80 Mal schauen wir täglich auf das Display unseres Smartphones. Beobachte dich selbst einmal dabei, wie sehr du dein Smartphone nützt. Ganz zu schweigen davon, wieviel wir über das Smartphone oder das Tablet einkaufen.

Marcus Tandler berichtet weiter, dass Google unlängst die Google-Webmaster-Zentrale mit einem neuen Report in diese Richtung aufgebohrt hat: „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“/ „Mobile Usability“. Neben den herkömmlichen Google Analytics Reports von deiner Internetagentur, solltest du ab sofort (wenn es nicht sowieso schon passiert) auch einen Google Webmaster Report anfordern – oder besser noch – du schaust einfach selbst mal rein.
Auch wird neuerdings ein „mobile friendly“-Label direkt in den Suchergebnissen angezeigt, wenn eine Seite auch auf mobilen Endgeräten gut les- und nutzbar ist. Mit Hilfe dieser Maßnahmen versucht Google Webmaster dafür zu sensibilisieren, dass Webseiten wirklich „mobile friendly“ werden. Denn von einem kann man ausgehen: „Mobile friendly“ wird ein wichtiger Rankingfaktor innerhalb der Suchergebnisseiten werden, der es gut optimierten Websites ermöglicht, an weniger gut optimierten Mitbewerbern vorbeizuschießen.

 

3. Digitales Storytelling

„Storytelling“ – ein Modewort, dass sich in den letzten Jahren in die Welt des Marketings eingeschlichen hat. Denn seien wir uns alle mal ganz ehrlich: Kommunikation hat im Geschäftsleben insbesondere eine Funktion: Menschen zu überzeugen – und zwar von unserem Produkt, unseren Zielen, und der Strategie des Unternehmens.

Und obwohl Geschichten schon immer erzählt wurden (am Lagerfeuer, in Form von Wandmalereien, in der Bibel, als Sage oder Märchen oder einfach nur am Stammstich) wurde es ein wichtiges Werkzeug im Marketing. Warum gerade jetzt, fragen sich viele. Die Antwort darauf ist laut Petra Sammer ganz einfach: Es ist die Reaktion auf das neue Kommunikation- und Informationsumfeld, in dem wir heute leben. Und das Gute daran ist: Nahezu jede Marke verfügt über spannende Inhalte und Geschichte. Die Kernfrage lautet nur: Wie müssen diese aufbereitet sein, um den Leser zu fesseln?

Bei Geschichten schwingen immer Emotionen mit – sie lösen Emotionen aus. Zusätzlich werden Geschichten im episodischen Gedächtnis gespeichert – das heißt, dass man sich viel besser und länger daran erinnert, als an abstrakte Zahlen und Daten. Das kannst du ganz einfach bei dir selbst testen, in dem du zwei Fragen für dich beantwortest.

  1. Um welche Inhalte ging es genau in einem der letzten Businessvorträge (auf einer Konferenz oder ähnliches) die du gehört hast?
  2. Welche Geschichte hat dir ein(e) Freund(in) bei einer der letzten Stammtisch-Runden erzählt?

Und obwohl die 1. Frage vielleicht relevanter für dich ist, werden die meisten von euch wohl eher die zweite Frage beantworten können – und wenn es sich dabei nur um eine Geschichte über eine Diskussion mit dem Taxifahrer handelt, die besonders lustig war. Etwas, was dich in deinem Leben nicht wirklich weiterbringen wird. Oder?

Finde also heraus, nach was sich deine Zielgruppe sehnt und mache daraus eine Geschichte – klar, wird dein Produkt darin auch vorkommen – aber nicht mehr so plakativ wie vielleicht noch vor ein paar Jahren. Biete Lösungen an für die Probleme, Wünsche und Sehnsüchte deiner Gäste.

 

Hier ein paar Anregungen, wie du vielleicht deine Geschichte für dein Unternehmen findest:

  • Gründungsgeschichten
  • Wegweisende Erfindungen
  • Krisen, und wie man sie überwunden hat
  • Mitarbeiter, auf die man stolz sein kann
  • Besonders schöne Erlebnisse, die Gäste bei dir erlebt haben
Digitales Storytelling wird zum Must-Have im Marketing im Jahr 2015
Digitales Storytelling wird zum Must-Have im Marketing im Jahr 2015

 

4. Content-Strategie & Content-Marketing: Content first!

 

„Unternehmen haben ein reichhaltiges Portfolio an Medien, das nahezu alle menschlichen Bedürfnisse nach Information und Unterhaltung abdeckt“


(Hermann H. Wals)

Obwohl es längst schon angekommen sein muss, wollen wir hier nochmals darauf hinweisen, dass gute Inhalte das Um und Auf sind. Sie werden zum entscheidenden Faktor für die Bewerbung deines Produkts – wenn die Kommunikationsstrategie auf alle einzelnen Maßnahmen abgestimmt ist.

Aber Achtung: Verzichte auf den ganzen Werbemüll und setze besser auf hochwertige Inhalte. Und zwar auf jene,  die auch gerne gelesen werden. Meine Frage an dich lieber Touristiker oder Gastronom: Bist du Fan einer anderen Hotel-Facebook-Seite? Liest du Blogs deiner Mitbewerber? Wenn ja – warum? Weil sie gute Inhalte haben, die dich auch langfristig interessieren? Oder weil du einfach die Konkurrenz beobachten willst? Wenn nein – warum? Sind die Inhalte austauschbar und langweilig?

Das ist deine Chance: Mach es besser!!!

Warum eine gute Kommunikationsstrategie schlussendlich aber wirklich wichtig ist, fragst du dich? Weil Google und Facebook mit ihren geänderten Algorithmen dafür sorgen, dass Werbemüll und vermeintlich Suchmaschinen-Optimiertes bei den Empfängern nicht mehr ankommen. Entscheidend ist, was deine Leser, Fans und Gäste von dir wissen wollen. Ob Information, Unterhaltung, Tipps oder Einkaufsvorteil – das musst du für dich – oder gemeinsam mit einer Agentur – rausfinden. Es gibt kein Konzept von der Stange!

Und wenn du weißt, was deine Gäste von dir brauchen – dann gilt es herauszufinden, in welcher Form und wo sie es brauchen. Kunden denken dabei nicht in Kanälen, so wie es das Marketing tut. Sie wollen einfach nur eine einheitliche und gute Erfahrung machen. Also: zuerst überlegen was – dann überlegen wo.

Der falsche Ansatz wäre zu denken, dass du unbedingt auf Twitter sein musst, um dir dann zu überlegen, welche Inhalte du dort verbreiten kannst. Wenn du jedoch rausfindest, dass deine Zielgruppe auf Twitter ist und dort auch Interesse an deinen Inhalten hat – dann wäre Twitter ein guter Kanal für dich. Und genauso ist es mit Facebook und allen anderen Social Media Portalen.

 

5. Definiere Ziele, Zielgruppen und KPIs

Kenne deine Zielgruppe

Content Marketing ist kein Selbstzweck, sondern verfolgt konkrete, vordefinierte Ziele. Dazu ist es wichtig, dass du deine Zielgruppe kennst. Wie fühlt sie, wie ist sie, wer ist sie. Welche Bedürfnisse hat sie? Und warum ist sie bei dir genau richtig? Wer sollte dein Hotel oder deine Gaststätte besuchen? Wer in deinem Geschäft einkaufen? ALLE!? Das geht leider nicht.

„Alle“ ist keine Zielgruppe. Oder bist du etwa bestens für Familien mit kleinen Babys aufgestellt? Und bietest gleichzeitig verliebten Paaren Ruhe und Zeit für Romantik? Und finden Hochleistungssportler in deinem Hotel alles, was sie für ihren Sport brauchen? Ist ein Low-Budget-Reisender bei dir ebenso willkommen? Und das Luxus-Girl von nebenan? Genießt sie den Luxusurlaub, den sie sich wünscht? Wohl eher nicht, oder? Sprich: Du hast eine Zielgruppe. Definiere sie. Fasse deine Zielgruppe in Personen zusammen und gib ihnen Namen. Somit erleichterst du dir sehr viel und kannst deine Marketing-Maßnahmen bestens darauf abstimmen.

Definiere KPIs (auf deutsch: Kennzahlen, mit denen du deine Ziele messen kannst)

Mithilfe von Key Performance Indicators (KPIs) lassen sich die Ergebnisse einer Strategie präzise erfassen. Indem du deine Marketingziele in messbare Einheiten überträgst, kannst du Erfolgsfaktoren identifizieren und Schwachstellen aufdecken und optimieren. Denn nur was messbar ist, zeigt dir auch den Erfolg deiner Bemühungen und Maßnahmen.

Beispiel für deine KPIs

Ziel  = Branding – deine KPIs können sein:      Social Sharing Rate, NL-Anmeldungen, Fans & Follower,
Ziel = Performance – deine KPIs können sein: Öffnungsrate des Newsletters, Absprungrate auf der Website, Conversions, Downloads, Search-Ranking, …

 

Du siehst selbst – in den nächsten 12 Monaten haben wir viel zu tun, um unsere Marketingmaßnahmen den Anforderungen der potenziellen Urlaubsgäste anzupassen. Wir wünschen dir viel Erfolg damit und natürlich zahlreiche ausgebuchte Hotels und gute Geschäfte!
Hast du Fragen zum Thema Must-Haves für Touristiker im Jahr 2015? Wir helfen dir gerne unter info@punkt-komma.at oder +43 662 875572 weiter.

Oder besuche ein Training am ContentCampus – dem neuen Weiterbildungsformat zum Thema Content- & Onlinemarketing in Salzburg – mit speziellen Workshops für Touristiker.

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