Facebook: Die große Zahlenlüge

Warum weniger vielleicht doch mehr ist

In den letzten Wochen war einiges los auf der größten Social-Media-Plattform der Welt: Facebook hat seine Zählmethode geändert. Sinkende Zahlen bei den Auswertungen führen zu großer Verunsicherung. Was ist da los?

Unsichtbare vs. Sichtbare Impressions

Für Unternehmen sind normalerweise nur starke Zahlen gute Zahlen: Mehr Likes, mehr Views und mehr Shares bedeuten mehr Aufmerksamkeit der Kunden. Doch nicht jede Zahl ist das, was sie vorgibt zu sein: Bisher hat Facebook nämlich sichtbare und unsichtbare Impressions gezählt. Impressions sagen uns, wie oft ein Inhalt oder eine Anzeige auf Facebook angezeigt wurde. Dabei war es für Facebook nicht relevant, ob der Inhalt wirklich gesehen, oder nur geladen wurde. Zum Beispiel wurde die unterste Meldung deiner Facebook Startseite ebenfalls als gesehen gezählt, obwohl du nur die ersten zwei Beiträge gelesen hast. Das führte zwar relativ schnell zu guten Zahlen, die aber in Wirklichkeit wenig aussagten.

Qualität statt Quantität

Das will Facebook ändern. Schon seit ein paar Monaten gelten bei bezahlten Anzeigen nur mehr „viewed Impressions“, also tatsächlich wahrgenommene Inhalte. Die Zahlen bei den Auswertungen könnten dadurch also nach wie vor sinken. Das ist kein Grund, das Handtuch zu werfen und bisherige Social Media Strategien zu verteufeln, denn anstelle von großen Zahlen bekommen wir etwas viel Besseres: Eine ehrliche Auskunft darüber, wie oft unser Content wirklich angekommen ist. Bei 10.000 Impressions können wir uns in Zukunft sicher sein, dass 10.000 Menschen unseren Inhalt gesehen haben. Wer seine Reichweite aber auf dem bisherigen Niveau halten will, muss damit rechnen mehr Geld investieren zu müssen.

Facebook selbst nennt drei Gründe, warum sie diesen Schritt unternommen haben:

  • Wert
    Ein Wert für das Unternehmen ist erst da, sobald der Kunde die Anzeige gesehen hat, ganz egal wie kurz.
  • Konsistenz
    Die Standards für die Messung sind auf allen Geräten (Mobile und Desktop) gleich.
  • Faire Preise
    Facebook verlangt kein Geld für Impressionen die nicht gesehen werden, sondern nur für Werbung, die auch tatsächlich ankommt.

 

Kurz: Faire Preise für faire Zahlen. Sinkende Zahlen bedeuten eben nicht immer das Schlimmste.

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