Blogger Relations-Fragestunde am CastleCamp Kaprun 2015

„Durchs Reden kommen d’Leut zusammen“ – so oder so ähnlich lässt sich das Fazit unserer Blogger Relations-Fragestunde Anfang September zusammenfassen. Gemeinsam mit den Teilnehmern des CastleCamp Kaprun haben wir Fragen rund um Blogger Relations beantwortet und diskutiert. Nicht für jede Agentur oder jedes Tourismusunternehmen ist die Zusammenarbeit mit Bloggern so einfach und klar. Sie ist immer noch unbekanntes Terrain. Darum haben wir die Fragen aus der Runde noch einmal beantwortet. Zum Nachlesen und Mitdiskutieren.

Was bringen mir Blogger eigentlich?

Diese Frage wird uns nicht nur auf dem CastleCamp, sondern im Berufsalltag beinahe täglich gestellt. Was sind nun eigentlich die Vorteile von Blogger Relation?

  • Blogger unterstützen dich mit ihrer Reichweite.
  • Blogger gibt es mittlerweile für (beinahe!) jedes noch so kleine Nischenthema.
  • Blogger sind sehr gut vernetzt und werden je nach Themenbereich sehr gut in den Suchmaschinen gefunden. Und damit auch du, wenn du möchtest.
  • Blogger arbeiten authentisch und glaubwürdig mit ihren Lesern – was sich wiederum positiv auf das Vertrauen in deine Marke auswirken kann.
  • Blogs sind wertvolle Informationsquellen vor wichtigen Kaufentscheidungen.
  • Blogger bringen dein Unternehmen in soziale Netzwerke, die du nicht selbst bedienen musst. Zum Beispiel auf Snapchat, Twitter oder Instagram.
  • Blogartikel werden noch lange nach Veröffentlichung gefunden und aufgerufen. Printartikel landen im Gegenzug dazu meist bald im Altpapier.

 

Es lohnt sich also, sich einmal ernsthaft mit dem Thema Blogger Relations auseinander zu setzen. Haben bestimmte Blogger dieselbe Zielgruppe wie du? Können sie dich bei der Zielerreichung unterstützen? Dann ist die Kooperation mit Bloggern definitiv einen Versuch wert.

Dürfen wir die Inhalte von Bloggern wiederverwenden?

Ein klares JA gibt’s hier von uns (und den anwesenden Bloggern!) für:

  • Das Teilen der Blogbeiträge auf der eigenen Fanseite. Beispiel: Die Fanseite von Salzburg Stadt teilt einen Link zum Blogartikel von einem Blogger.
  • Das Retweeten und Erwähnen von Bloggern auf Twitter.
  • Das Wiederverwenden von Bildmaterial, welches der Blogger im Rahmen einer Kooperation erstellt hat – insofern die Lizenzen vorab geklärt wurden.
  • Das Einbauen von Bildmaterial des Bloggers mit Verlinkung – aber NUR, wenn es vorab mit dem Blogger besprochen wurde.

 

Ein klares NEIN zum Wiederverwenden gibt’s für:

  • Das ungefragte Einbauen von Bildern und Inhalten in eigene Seiten und Blogartikeln. Das könnte man fast als Klauen bezeichnen. Ist es eigentlich auch.

 

Wie so oft im Businessalltag gilt auch für Blogger Relations: Wer fragt ist klar im Vorteil. Lieber einmal mehr nachfragen, das erspart so manches Chaos und gekränkte Gemüter.

Ein rechtlicher Hinweis am Rande: Ungefragtes Klauen von Bildern von fremden Seiten ist strafbar und kann viel Geld kosten. Das wissen auch Blogger.

Was ist der Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten? Gibt’s den überhaupt?

Der wohl größte Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten ist die Professionalität – und zwar im Sinne vom beruflichen Hintergrund. Der Großteil der Blogger ist nicht „Blogger von Beruf“. Die meist privaten Projekte entstehen mit sehr viel Herzblut und Energie neben dem Brötchenjob. Journalisten hingegen schreiben Fulltime für Magazine und Zeitschriften. Und werden dafür bezahlt.

Spürbar wird dieser Unterschied vor allem in der Gestaltungsfreiheit. Während Journalisten meist an eine Blattlinie gebunden sind (ein Artikel in der „Presse“ wird sich immer anders lesen als einer in der „Kronen Zeitung“), steht es den Bloggern offen, wie sie ihre Artikel gestalten. Sie sind sprachlich wie auch in der Zeichenanzahl völlig frei. Und hier liegt für viele Unternehmen das Beil begraben: Blogger „dürfen“ nämlich über alles schreiben und tun das in manchen Fällen auch. Das Frühstückssemmerl war hart, das Bett ebenso und es gab im gesamten Hotel kein WLAN? Bei Bloggern besteht grundlegend die Möglichkeit, diese Dinge im Artikel zu erwähnen. Reisejournalisten würden kein Wort darüber verlieren. Gleichzeitig haben Blogger aber viel mehr Gestaltungsfreiraum, um über das Positive zu schreiben. Aber: Blogger sind auch nur Menschen. Wenn mal was daneben geht, lieber direkt ansprechen.

Wie spreche ich Blogger richtig an?

Klare Ansage: Auf jeden Fall NICHT mit Pressemitteilungen. Außer, du möchtest mit ihnen wirklich gar nichts mehr zu tun haben. Bevor du einen Blogger kontaktierst, schau dir den Blog gut an. Was sind seine Stärken, in welcher Nische hat er sich positioniert? Passt er überhaupt zu deinem Unternehmen? Ein Familienblogger wird sich mit Kind und Kegel im Romantikhotel wahrscheinlich eher deplatziert fühlen. Darum: Achte darauf, dass dein Thema wirklich zum Blog passt. Alles andere ist nicht zielführend – weder für dich noch für den Blogger. Spreche Blogger immer direkt mit Namen an. Der ist meist im Impressum zu finden, das mittlerweile auch für Blogs verpflichtend ist.

Spiele mit offenen Karten und halte nicht mit Informationen hinter dem Berg. Du hast konkrete Wünsche und Ideen, wie du mit dem Blogger zusammenarbeiten möchtest? Dann lasse es ihn wissen. Er wird genauso offen darauf reagieren und gerne seine eigenen Ideen einbringen.

Und wie sehen Kooperationen mit Bloggern genau aus?

Wie jede Aktion, die du im Content-Marketing setzt, sollte auch die Zusammenarbeit mit Bloggern nicht langweilig sein. Mach sie einzigartig. Denk dir etwas richtig Cooles aus. Ein Beispiel haben wir hier für dich:

Audi und der Spritspar-Contest

Ein gelungenes Beispiel für Blogger Relations lieferte Audi 2013 mit ihrer „Audi Efficiency Roadtrip“-Kampagne. Sie luden fünf Blogger ein, den damals neuen Audi A3 zu testen. Mit einem besonderen Extra: Das Wettrennen lief nicht nur gegen die Zeit, sondern auch gegen die Tanknadel. Wer am Ende die schnellste Zeit in Kombination mit dem sparsamsten Spritverbraucht vorweisen konnte, hatte gewonnen.

Für Audi selbst kein allzu großer Budgeteinsatz, der sich jedoch rechnete. Die Berichterstattung unter den Autobloggern lieferte wertvolles Bildmaterial, viele Fotos und Beiträge sogar von Bloggern, die nicht an der Aktion teilnahmen.

Du warst am CastleCamp nicht dabei oder hast noch weitere Fragen zum Thema Blogger Relations? Immer her damit – wir beantworten sie gerne!

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