Es war einmal … Kommunikation ohne Facebook & WhatsApp

Und wie wir die 90er-Jahre trotzdem überlebten

Kannst du dich noch an den Hit „All that she wants“ von Ace Of Base erinnern? Oder an kleine braune Trolle mit neongrünen Haaren? Genau, wir befinden uns mitten in den 1990er-Jahren. In einer Zeit, als das Smartphone noch nicht geboren war. Und als man nur im Internet surfen konnte, wenn nicht grade jemand die Telefonleitung blockierte. Vorausgesetzt man hatte schon seinen eigenen PC zu Hause.

So mancher wird sich jetzt vielleicht denken: „Wovon reden die da eigentlich?“ Dann heißen wir euch herzlich Willkommen in der Welt der Über-25-Jährigen! Das Team von punkt & komma nimmt euch mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Kommt und schwelgt mit uns in den Erinnerungen an die guten alten Zeiten von Snake, uboot und b.free!

Join the Community – Dabeisein ist alles

Was heute WhatsApp und Facebook sind, waren gestern sms.at und uboot. Geworben wurde mit catchy Slogans wie: „Hier kannst du machen was du willst“ oder „U better be inside“. Und so war’s auch: Wer nicht Teil der Community war, war irgendwie nicht richtig dabei. Profil erstellen – und los ging’s. Dann stellte sich erstmal die Frage, wer den coolsten „Nickname“ hat. blOodY_nAdDi, Nutellabrot_10, BacardiSunshine oder susi0484? (Alle Namen sind natürlich frei erfunden und nicht aus dem wahren Leben des punkt-&-komma-Teams gegriffen.)

Was man sonst so in den „Social Networks“ von damals machte? Chatten natürlich! Mit der ganzen Community, ganz intim zu zweit oder im Gruppenchat. Kürzel wie „/s“ für Schreien oder „/f“ für Flüstern waren die Highlights. So kam es nicht selten vor, dass man von Unbekannten angebaggert wurde. Es soll aber auch Leute geben, die im Chat ihre erste große Liebe gefunden haben.

Ich hab’ jetzt auch ein Handy!

Wenn die heutige Jugend die Handys von damals sehen würde, würde sie sich vor Lachen wahrscheinlich nicht mehr einkriegen. Aber ganz ehrlich, wer war nicht stolz darauf, wenn er sein Nokia 3310 in der Hand hielt? Oder hattet ihr etwa schon ein Klapp-Handy? Und auch Mama und Papa waren insgeheim froh, dass sie uns nicht mehr nur erreichen konnten, wenn wir bei der besten Freundin daheim waren – Festnetztelefon sei Dank!

Nokia 3310 damals

Die „Apps“ der 90er-Jahre

An Farbdisplays war in den 90er Jahren natürlich noch nicht zu denken. Ganz zu schweigen von Apps. Alleine das SMS-Schreiben war da schon etwas Besonderes. Das ist es heute zwar auch – nur eben im gegenteiligen Sinn. Früher waren SMS übrigens auf 160 Zeichen beschränkt. Drum musste man sich Kürzel einfallen lassen: gn8, lol, hdl, hdgdl oder sonstige Steigerungsformen von „Hab dich lieb.“

laugh out loud - lol

Das Schlimmste was passieren konnte: wenn das Guthaben mal wieder leer war! Feste Handyverträge hatte damals nämlich auch niemand. Wer sich keine neue b.free-Wertkarte leisten konnte, weil das Taschengeld alle war, ließ es halt kurz „anläuten“ und hoffte auf einen Rückruf. Oder loggte sich auf sms.at ein und versendete massenweise Gratis-SMS.

Natürlich gab es auch in den 90’s schon Spiele am Handy, wenn auch nicht viele. Aber mit Snake konnte man sich ja ohnehin stundenlang selbst unterhalten. Wer kein Nokia-Handy hatte, hatte halt Pech.

Und was ist mit Fotos? Guter Witz. Die Handys von damals kannten noch keine Foto-Funktion. Das höchste der Gefühle waren kleine, verpixelte Logos, die es – ebenfalls auf sms.at – zum Download gab. Genauso wie Klingeltöne aus den aktuellen MTV-Charts. Natürlich als „Piepton-Version“. Na und? Cool fanden wir’s trotzdem!

Was wurde eigentlich aus …?

… sms.at ist mit der Zeit gegangen und ist auch heute noch ein erfolgreiches Unternehmen – allerdings sind das Hauptgeschäft Messaging-Lösungen für Unternehmen.

… uboot wurde leider im Jahr 2013 vom Netz genommen. Zu groß war die Konkurrenz durch die neuen Sozialen Netzwerke.

… Nokia, der finnische Telekommunikationskonzern, hat den Boom-Bereich Smartphones verschlafen. 2014 wurde Nokia von Microsoft übernommen, wenig später aber wieder abgegeben. Trotz aller Bemühungen konnte Nokia den Rückstand auf Apple, Samsung und andere Smartphone-Hersteller aber bis heute nicht annähernd aufholen. Neuer Versuch zur Freude aller Nostalgiker: Erst kürzlich brachte Nokia das legendäre „3310“ unter dem Slogan „Das Kult-Handy ist wieder da“ neu heraus – inklusive Snake und dem Nokia-Klingelton, der uns wohl noch immer im Ohr ist.

Nokia 3310 heute
© Nokia

Ja, die Kommunikation hat sich in den letzten 20 Jahren ein kleines bisschen verändert. Und auch das Team von punkt & komma hat sich mittlerweile an seine Smartphones gewöhnt – ja sie sogar liebgewonnen. Und weil auch die Kunden niemals schlafen, haben wir für euch das Online-Nutzungsverhalten der „neuen Generation“ einmal genauer unter die Lupe genommen. Damit wären wir nach unserer kleinen Reise in Vergangenheit wieder im Hier und Jetzt angelangt.

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