Tinder und Jodel im Marketing? Like oder Nope?

Wie Apps den Weg ins Marketing finden

Facebook, Instagram, Snapchat – allesamt Social-Media-Plattformen, die erfolgreich ihren Weg in den Marketingplan kleiner und großer Unternehmen gefunden haben. Bei Social-Media-Anwendungen, die von Unternehmen noch nicht so intensiv genutzt werden, ist der Weg zum Erfolg oft lang. Deshalb lautet besonders bei Instagram und Snapchat das Credo: eine coole Strategie erstellen, anwenden und dranbleiben. Was gefällt deinen Fans? Was finden sie cool, was langweilig? Das herauszufinden, braucht eine gute Strategie, Mut und Zeit.

Und dann gibt’s da noch was … nämlich Apps wie Jodel oder Tinder. Apps, die auf den ersten Blick keinen Nutzen für Unternehmen bieten. Grundverschieden und doch haben sie eins gemein: eine hohe Nutzeranzahl. Oder besser gesagt: eine hohe potenzielle Reichweite. Innerhalb von zwei Minuten werden auf Tinder aktuell knapp 2.000.000 Swipes und 28.000 Matches verzeichnet. Das klingt doch schon ganz vielsprechend, oder? Doch eignet sich eine App wie Tinder überhaupt im Marketing? Lasst uns die beiden Apps doch mal genauer ansehen …

Tinder: It’s a Match … oder doch nicht?

Tinder ist die Datingapp der letzten Jahre schlechthin. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Bist du an der dir vorgeschlagenen Person interessiert wischst du nach links. Bist du’s nicht, wischst du nach rechts. Einziger Wermutstropfen: Willst du Tinder, brauchst du Facebook. Ein Tinderkonto lässt sich nämlich nur dann erstellen, wenn du auch ein Facebook-Profil hast.

Die App, die im Jahr 2014 auch bei uns voll eingeschlagen hat, hat inzwischen sogar eigene Berufe hervorgebracht: Tinder-Berater. Also Menschen, die ernsthaft Tinderer (oder wie würdet ihr das nennen?) bei ihrer Partnersuche innerhalb der App beraten und unterstützen. Naja, ob dieser Beruf wirklich Zukunft hat?

Herz mit Mausfinger

Tinder im Marketing wie ein Schneepflug am Strand in Jesolo?

Wir geben zu: Tinder im Marketing unterzubringen ist alles andere als einfach und wirkt auf den ersten Blick irgendwie falsch. Trotzdem gibt es Marken, die das bereits erfolgreich geschafft haben. „Domino’s“ zum Beispiel. Die in Amerika gegründete Pizza-Schnellrestaurantkette hat sich anlässlich des Valentinstages nämlich etwas richtig Cooles überlegt:

Unter dem Motto „Wer braucht schon Dates am Valentinstag, wenn man auch gratis Pizza haben kann“ startete Domino’s seine erste Tinder-Kampagne. Wer dabei sein wollte, musste Domino’s einfach liken, auf einen Match warten und sich einen coolen Spruch für den anschließenden Chat überlegen. Zu gewinnen gab’s gratis Pizza und andere Specials.

Das Ergebnis? Rund 700 Tinder-Matches und eine soziale Reichweite von über 200.000. Die „hottesten“ Chats wurden übrigens auf Facebook, Twitter und im Blog geteilt.

Die ganze Geschichte zum Nachlesen …

Was wir von Tinder halten: Wir finden Tinder witzig. Für Marketingzwecke ist die App jedoch alles andere als geeignet. Zumindest auf den ersten Blick. Wir sind gespannt, welche coolen Aktionen noch kommen werden.

Jodel: anonym, freizügig, ungehemmt und manchmal auch tatsächlich geistreich

Was Jodel ist, wissen die meisten von euch vermutlich. Falls nicht, gibt’s hier einen kleinen Jodel-Guide:

  • Jodel ist eine App (geht also nur mobil) in der User kurze Texte mit anderen Jodlern im Umkreis von zehn Kilometern teilen.
  • Die Ursprüngliche Zielgruppe waren Studenten. Mittlerweile jodeln aber auch unzählige andere Menschen, die sich an Jodel erfreuen.
  • das Besondere daran: Die Jodler sind komplett anonym.
  • Die Inhalte? Trash-Talk und Bilder
  • Jodelt man, erhält man keine Likes wie auf anderen Social-Media-Plattformen, sondern sogenannte Karmapunkte. Die steigen oder sinken je nachdem wie gut oder schlecht dein Jodler bei der Jodelgemeinde ankommt

Soweit so gut. Nun stellt sich aber die Frage: Was kann Jodel im Marketing?

Jodel
© facebook.com/DieBestenJodel/

Ein Nachteil, der sofort ins Auge sticht: die Reichweite. Dass man Jodler nämlich nur im Umkreis von zehn Kilometern sieht, spricht eindeutig gegen einen echten Nutzen – zumindest für Unternehmen, die nicht lokal ansässig sind, zum Beispiel mit einem Laden. Oder doch nicht? Das Wunderwort lautet: Native Advertising. Denn vor allem die Anonymität machen sich immer mehr Unternehmen zum Nutzen. Posten, ohne dass die Jodlergemeinde es als direkte Werbung erkennt. Nehmen wir einen Bioladen inmitten der Altstadt. Der Inhaber – nennen wir ihn Anton – kann kinderleicht aktuelle Aktionen und Angebote jodeln. Oder die App als Storytelling-Plattform nützen. Denn so wie wir den Anton hat der immer eine gute Geschichte auf Lager.

Aber – und jetzt kommt das große Aber. Beim Jodeln ist auch Vorsicht geboten. Wird ein Jodler nämlich übertrieben, kann es ganz schnell passieren, dass sich die Jodlergemeinde gegen einen verschwört. Und das möchte niemand. Sollte es doch mal so weit kommen, kann Anton nur hoffen, dass sein Jodler ganz schnell ganz weit unten im Jodler-Feed landet.

Was wir von Jodel halten: Wir finden Jodel unterhaltsam und kurzweilig. Ob es einen echten Marketingnutzen hat, bleibt abzuwarten. Wir sind gespannt, wie sich die App noch weiterentwickelt.

Jodel - to be continued

 

Tinder und Jodel nutzen nur junge Leute? Mag sein. Was die „Generation Y'“ sonst noch interessiert, wie sie tickt und welcher Content bei der jungen Zielgruppe am besten funktioniert, verraten wir euch im Beitrag Millennials und ihr Online-Nutzungsverhalten.

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